Loewe Rundfunk-Geschichte Header

Firmengeschichte

zusammengetragen von: Jürgen Tiedmann

Am 06.11.1885 wurde Siegmund Loewe in Berlin als zweiter Sohn des praktischen Arztes Dr. Ludwig Loewe geboren.

Werbung Radiofrequenz GmbH   Quelle: [66]
Dr. Siegmund Loewe (1885 - 1962)

1912/13 promoviert Siegmund Loewe an der Philosophischen Akademie der Universität Jena mit dem Ziel der Erlangung der Doktorwürde.
Thema seiner Dissertation: "Über die erreichbare Genauigkeit der Widerstandsmessung in Hochfrequenzkreiden".

1914 promoviert Bernhard Loewe an der Philosophischen Akademie der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin mit dem Ziel der Erlangung der Doktorwürde.
Thema seiner Dissertation: "Über das Verhalten der Oxyde bzw. Hydroxyde des Nickels, Quecksilbers, Kupfers, Silbers, Kadmiums und Kobalts zu Aethylen-Diaminlösungen".


1914, während des ersten Weltkrieges und vor Gründung seiner ersten Firma, übernahm Dr. Siegmund Loewe die Funktion des Leiters der Laboratorien und des Patentbüros in der Firma "Dr. Erich F. Huth GmbH, Gesellschaft für Funkentelegraphie".

Im Sommer 1917 übernahmen Dr. Siegmund Loewe und David Loewe die "Astrowerk GmbH". Die zum Wiesenweg 10 dazu gehörenden Nachbargrundstücke Siemensstr. 30b, 31-33 und 35-36 ermöglichten später den weiteren Ausbau der Loewe-Fabriken.


1918 - 1925 - ??? - 1. Laboratorien

Am 26.04.1918 schlossen Dr. Siegmund Loewe und die Firma "Dr. Erich F. Huth GmbH" einen Vertrag über den gegenseitigen Umgang mit ihren Patenten.

1918 gründete Dr. Siegmund Loewe in der Berliner Gitschiner Str. 108 ein kleines Versuchslaboratorium. Es befand sich in einer 6-7-Zimmerwohnung im 1. Stock des Mietshauses.
In dem Labor experimentierte bei einem Besuch auch der Amerikaner Dr.Lee de Forrest, den S.L. auf seiner Studienreise in den USA kennengelernt hatte und mit dem seitdem eine Freundschaft bestand.

Im Januar 1922 gründete Dr. Siegmund Loewe ein zweites Laboratorium in der Dresdner Str. 34/35 in Berlin.
Dieses Laboratorium diente zur Entwicklung von Telephonie-Sendern bis 500 W für den Rundfunk und für kleinere Schiffe.

Ca. 1923 begann die Herstellung von Verstärkerröhren in Handarbeit.
S.L. befasste sich vorwiegend mit der Bearbeitung von Patenten.
Ebenfalls ca. 1923 besuchte, der damals 16-jährige, Manfred von Ardenne öfters in dem Labor Herrn Dr. Siegmund Loewe und holte sich Kleinteile für seine Basteleien.
Die Bekanntschaft mit dem jungen Manfred von Ardenne führte später zu einer engen wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit.

Im Sommer 1925 wurde das Laboratorium in der Gitschiner Str. 108 aufgelöst.


1922 - Koepsel-Loewe GmbH

Nach Rückkehr von einer Studienreise in den USA gründete Dr. Siegmund Loewe in den Räumen des Laboratoriums in der Berliner Gitschiner Str. 108 die "Koepsel-Loewe GmbH".
Die Firma wurde am 27.02.1922 gegründet, geleitet von Dr. Adolf Koepsel. Die Versuchslaboratorien und die technische Beratung lagen weiterhin in den Händen von Dr. Loewe.

Es wurden dort Kristalldetektor-Apparate für den Amateurbetrieb und die zugehörigen Einzelteile, z.B. KMZ - Drehkondensatoren (Käthe Mathilde Zander) hergestellt.

Am 28.12.1922 erfolgte die Trennung von Dr. A. Koepsel der die Firma wieder unter seinem Namen weiterführte.

Die Firma "Koepsel-Loewe GmbH" wurde daraufhin wieder gelöscht.


Am 23.05.1922 errichtet David L. Loewe in der Gitschiner Str. 108 eine Firma für Import und Export. Diese bestand bis 1927.


1923 - Radiophon

Am 02.1.1923 gründeten der Kaufmann David-Ludwig Loewe (älterer Bruder von Dr. Siegmund Loewe), der Ingenieur Gerhard Grüttner, der Kaufmann Erwin Buttermilch und der Ingenieur Dr. Siegmund Loewe als Gesellschafter die Firma "Radiophon", mit dem Ziel "der Fabrikation von Apparaten für drahtlose Telegraphie und Telefonie".

Sitz der Firma war in Berlin-Friedenau, Schmargendorfer Str. 32.

Am 22.01.1923 wurde der Name dieser Firma bereits in "Radiofrequenz GmbH" geändert.


1923 - 1931 - Radiofrequenz GmbH

Logo Radiofrequenz GmbH   Quelle: [1]

Am 22.1.1923 erwarb Dr. Siegmund Loewe die seit 1918/19 bestehende Mechanische Werkstatt Grüttner & Lütgert in Berlin-Friedenau, Niedstr. 5,und gründet die "Radiofrequenz GmbH".

Werbung Radiofrequenz GmbH   Quelle: [66]
Der Firmensitz in der Niedstr. 5

Die ersten Geräte waren für den Export bestimmt. Davon sind die Typen EA 51, EA 52 und EA 54 bekannt. EA steht für "Empfangs-Apparat".

Am 30.06.1923 wurde auf Initiative von "Dr. Siegmund Loewe" der "Verband der Radio-Industrie" gegründet, um einen Partner bei Patentverhandlungen mit den Firmen "Telefunken", "Lorenz" und "Huth" zu haben.

Am 29.10.1923 begann der offizielle Rundfunk in Deutschland im Vox-Haus Berlin. Die "Radiofrequenz GmbH" gehörte zu den 18 Firmen die von der Reichstelegraphenverwaltung zur Lieferung von Rundfunkempfängern zugelassen waren.

Werbung Radiofrequenz GmbH   Quelle: [1]
Werbung 1924

Im August 1924 scheiden E. Buttermilch und G. Grüttner aus der Firma aus.

1925 wurde Manfred von Ardenne von Dr. Siegmund Loewe zur Teilnahme und Hilfeleistungen bei Versuchsarbeiten und Entwicklungsarbeiten herangezogen, mit den damals aktuellen Problemen vertraut gemacht und in jeder Weise gefördert.
Ardenne erhielt ein namhaftes Einkommen und, als Zeichen besonderer Anerkennung, wurde ihm gestattet, die von ihm stammenden Erfindungen auf seinen Namen anzumelden und über seine Arbeiten in Fachzeitschriften zu berichten.
Ein absolutes Vertrauensverhältnis gestattete Ardenne Entwicklungsarbeiten in einem getrennten, formell ihm gehörenden, Laboratorium betreiben zu lassen. Dieses Vertrauensverhältnis bestand bis 1933.

Am 20.12.1929 wurde der Beschluss gefasst die Firma "Radiofrequenz GmbH", gemeinsam mit weiteren Loewe-Firmen, in die neue Firma "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" zu überführen. Diese ging kurze Zeit später in die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" über.

Zuvor gab es ein Urteil des Reichsgerichts, dass dieser Firmenname, mit Ausnahme des "Radiofrequenz"-Zeichens, nicht mehr verwendet werden durfte.

1931 wurde die Firma aus dem Handelsregister gelöscht.


1923 - 1924 - Radioröhrenfabrik GmbH, Berlin-Hamburg

Am 07.07.1923 (andere Quellen 07.08.1923) wurde diese Firma nach einem Abkommen zwischen "Dr. Siegmund Loewe" und der Firma "C. H. F. Müller"" (Röntgenmüller), Berlin N, unter Beteiligung von Dr. Bernhard Franke von der Heinicke AG gegründet. Sitz der Geschäftsstelle war in der Chausseestr 119 und Fabrik in Berlin Friedenau, Niedstr. 5.

Ziel war die Errichtung einer Röhrenfabrik in Berlin. Der Aufbau dieser Fabrik begann unter Leitung von Peter Paul Fries und Hermann Raffelsieper.

Am 26.09.1923 wurde diese Firma im Handelsregister eingetragen. Geschäftsführer waren
Dr. Siegmund Loewe und
Ing. Robert Fischer, Prokurist der C.H.F. Müller Niederlassung Berlin.

Aufgrund von Patentschwierigkeiten kam es jedoch nicht zu einer Produktion in Berlin. Diese fand in Hamburg statt.

Am 21.02.1924 wurde die Firma wieder gelöscht und die beider Geschäftsführer zu Liquidatoren bestellt.


1923 - 1938 - Radiosender GmbH

Am 15.10.1923 gründeten Dr. S. Loewe und der Kaufmann Gustav Gerber von den Otwi-Werken Bremen die "Radiosender GmbH" in Berlin, Tauentzienstr. 15 für die Herstellung der im Labor Dresdner Str. 34/35 entwickelten Sender für den Wasserschutz.

Später wurde die Firma von Dr. Bernhard Loewe (jüngerer Bruder von Dr. Siegmund Loewe) übernommen. Es erfolgte eine Verlegung nach Berlin-Steglitz, Mariendorfer Str. 29.
Dort wurden u.a. auch Ladegleichrichter hergestellt.

Am 04.11.1938 wurde die Firma aus dem Handelsregister gelöscht.


1923 - 1929 - Loewe-Audion GmbH

Am 18. Oktober 1923 gründet Loewe eine weitere Gesellschaft mit dem Namen "Loewe-Audion GmbH", ebenfalls in der Niedstraße 5 in Berlin-Friedenau gelegen. Zweck dieser Firma war die Herstellung von Rundfunkröhren. Zuerst entstehen dort Wolfram-, dann Thoriumröhren als "Sparröhren".
Die ersten Röhren hatten die Typenbezeichnung AR 23 und LA 75.

Am 26.09.1924 meldet Dr. Loewe die grundlegenden Patente zur Dreifachröhre mit integrierten Bauteilen an, die 1926 als 3 NF mit dem "Loewe Ortsempfänger OE 333" einen legendären Ruf erreichte.

1925 geriet die Firma in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste vorübergehend schließen. Grund dafür war ein Patentstreit mit der Firma "Telefunken".
In dieser Zeit begann die Entwicklung der Mehrfachröhre.
Bald glückte es drei Röhrensysteme zusammen mit den Widerständen und Koppelkondensatoren in einem Glaskolben unterzubringen.
Hierfür bedurfte es noch die Entwicklung der Loewe-Vakuumwiderstände.

Die Entwicklung der Dreifachröhre 3 N.F. erfolgte in Zusammenarbeit von Dr. Siegmund Loewe und Manfred von Ardenne der dafür das Patent erhielt.

Produktbeispiele:

1926 wurde der "Loewe Ortsempfänger OE 333" mit der Dreifachröhre 3 N.F. hergestellt.

Als zweites Gerät unter den neuen Marken gilt der auf der Funkausstellung im September 1926 gezeigte Fernempfänger 2 H 3 N zu RM 150. Auch Lautsprecherboxen mit Loewe-Konus-Lautsprecher und Stoffbezug im "Südsee-Look" sind nun erhältlich.

Werbung OE333 usw   Quelle: [66]
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Wegen der steigenden Anzahl Rundfunksender treten Trennschärfeprobleme auf, so dass die Dreifachröhre für den Einbezug einer Rückkopplung einen siebten Anschluss erhält. Diese "3 NF 7" baut Loewe ab 1928 in alle OE 333, 2 H 3 N und in das dritte Gerät, den RO 433 ein.
Die elektrische Schallplatten-Abtastdose LR 150 erregte Aufsehen. Gewicht 260 g! Die Dose verlangt einen Abspielwinkel von 55 Grad. Die 3 NF gab es nun auch mit Oxydkathode als 3 NFB mit einem Verbrauch von 0,13 statt 0,34 A Heizstrom - zudem beträgt die Verstärkung etwa das Doppelte.

Am 28.04.1927 schlossen Dr. Siegmund Loewe und die Firma "Telefunken" einen Vertrag über den gegenseitigen Umgang mit ihren Patenten. Der Vertag galt für die "Loewe-Audion GmbH", die "Loewe-Radio GmbH", die "Radiofrequenz GmbH" sowie für Dr. Siegmund Loewe und David Loewe.

Im Herbst 1928 zog die Röhrenfabrik in einen Fabrikneubau auf dem firmeneigenen Gelände Wiesenweg-Siemensstr.-Am Elsenbruch. Die Fabrik- und Büroräume in der Niedstr. 5 wurden aufgegeben.

Am 04.12.1928 fassten Dr. Siegmund Loewe und David-Ludwig Loewe die, ihnen gehörenden, Patente in einem Patent-Konsortium zusammen.
Diese Patente wurden zum 01.01.1930 in die "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" aufgenommen.

Am 20.12.1929 wurde der Beschluss gefasst die Anlagen Firma "Loewe Audion GmbH", gemeinsam mit weiteren Loewe-Firmen, sowie das Patent-Konsortium in die neue Firma "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" zu überführen. Diese ging kurze Zeit später in die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" über.
Am gleichen Tag Namensänderung in "Audionwerk D. S. Loewe GmbH".

Zuvor gab es ein Urteil des Reichsgerichts, dass dieser Firmenname und Warenzeichen mit Ausnahme der "Radiofrequenz"-Zeichens nicht mehr verwendet werden durften.

1929 bringen die Loewe-Firmen den "Vollnetzanschluss-Empfänger R 533" heraus, der mit einer nochmals verbesserten Dreifachröhre, der 3 NFW mit indirekter Heizung, ausgestattet ist.


1923 - 1924 - Ortophon Apperatebau GmbH

Am 10.12.1923 gründete David-Ludwig Loewe die "Orthophon Apparatebau GmbH" in Berlin-Friedenau. Schmargendorferstr. 32.

Zweck dieser Firma war die Herstellung von Lautsprechern, Apparaten und Widerständen für Rundfunkapparate.

Am 15.08.1924 Umbenennung in "Loewe-Radio GmbH".


1924 - 1930 - Loewe-Radio GmbH

Logo LOEWR Radio    Quelle: [4]

Ab 15.08.1924 neuer Name für die "Ortophon Apperatebau GmbH" war jetzt "Loewe-Radio GmbH".
Der Zweck änderte sich nicht.
Der Betrieb befand sich in der Schmargendorfer Str. 32 in Berlin-Friedenau.
Die Leitung des Betriebes hatte Dr. Bernhard Loewe, jüngerer Bruder von Dr. Siegmund Loewe.

Am 22.06.1929 schlossen die Firmen "Robert Bosch AG" Stuttgart , "Loewe-Radio GmbH" Berlin-Steglitz und "Zeiß-Ikon AG", Dresden einen Schutzgemeinschaftsvertrag als Gesellschafter der "Fernseh-AG" Berlin hinsichtlich einer einheitlichen Stimmabgabe bei dieser AG, gemäß ihrem Aktienbesitz von je 25 %. Die Geschäfte dieser Schutzgemeinschaft wurden von der "Loewe-Radio GmbH" geführt.

Am 20.12.1929 wurde der Beschluss gefasst die Anlagen Firma "Loewe Radio GmbH", gemeinsam mit weiteren Loewe-Firmen, in die neue Firma "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" zu überführen. Diese ging kurze Zeit später in die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" über.


1930 - Radio GmbH D. S. Loewe

(D. S. = David und Siegmund Loewe)

Am 18.02.1930 wurde die "Loewe-Radio GmbH" in "Radio GmbH D.S. Loewe" umbenannt.

Am 06.03.1930 wurde die Firma "Loewe Radio-GmbH" mit den Firmen "Audionwerk D. S. Loewe GmbH" und "Radiofrequenz GmbH" vereinigt und in die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" überführt.

Zuvor gab es ein Urteil des Reichsgerichts, dass dieser Firmenname nicht mehr verwendet werden durfte.


1929 - 1930 - Audionwerk D. S. Loewe GmbH

Geeignete Fabrikräume wurden ebenfalls in Berlin-Friedenau, Niedstraße, gefunden.

1929 bringen die Loewe-Firmen den "Vollnetzanschluss-Empfänger R 533" heraus, der mit einer nochmals verbesserten Dreifachröhre, der 3 NFW mit indirekter Heizung, ausgestattet ist.


1929 - 1930 - Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft

Am 29.08.1929 wurde diese AG für Pachtverträge und Beteiligungen im Auftrag der Brüder D. und S. Loewe gegründet. Das Aktienkapital betrug 50.000 RM.

Am 18.09.1929 erfolgte die Eintragung in das Handelsregister.

Am 20.12.1929 wurde das Aktienkapital auf 1,5 Millionen RM erhöht und die "Loewe Radio GmbH", die "Radiofrequenz GmbH", die "Astrowerk GmbH" und die Anlagen der "Loewe Audion GmbH" sowie die im Patentkonsortium zusammengefassten Patente mit Wirkung vom 01.01.1930 aufgenommen.

Als Nachfolgerin der "Radiofrequenz GmbH" tritt diese AG auch in die Apparate- und Röhren-Bauerlaubnis-Verträge mit der Firma "Telefunken" ein.

Am 28.02.1930 Umbenennung der "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" in "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe".


1929 - 19?? - Radio-Aktien-Gesellschaft Dr. S. Loewe (Radio A.G. D.S. Loewe)

Logo Radio-Aktien-Gesellschaft Dr. S. Loewe   Quelle: [21]

Am 01.01.1929 war Geschäftsbeginn der A.G.

Am 28.02.1930 Umbenennung der "Berliner Radio-Handels-Aktiengesellschaft" in "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe".

Bereits am 02.05.1930 erschien der Geschäftsbericht der "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe Berlin" für das erste Geschäftsjahr 1929.

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Dr. Ernst Goldschmidt (Bankhaus Friedmann),
Georg Maerz (Commerzbank) und
Prof. Dr. Emanuel Goldberg (Zeiß-Ikon AG).
Als Vorstände werden genannt:
David L. Loewe und
Dr. Siegmund Loewe.

Am 06.03. 1930 wurden die Firmen "Loewe-Audion GmbH" endgültig mit dem Firmen "Radiofrequenz GmbH" und "Loewe Radio-GmbH" vereinigt und in die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" überführt.

Zuvor erfolgte der Umzug der drei Firmen in gemeinsame neue, größere, Fabrikgebäude der bisherigen "Astro-Werke" in Berlin-Steglitz, Am Wiesenweg 10 und am Elsenbruch 5.

Mit dem EB 100 W (1931 EB 100 G) begann die Reihe der Empfänger mit integriertem Lautsprecher.

Am 12.06.1930 wurde (gemeinsam mit den Unternehmen "Standard-Telephones" London, "Lectophone Corporation" New York, "Hopkins Corporation" New York und "Dr. Erich F. Huth" Berlin ein Vertrag mit dem "Verband der Funkindustrie e.V." Berlin bezüglich Lautsprecher-Schutzrechten geschlossen.

1930 gelang Manfred von Ardenne das erste hergestellte Bild auf dem Schirm einer Braunschen Röhre unter Anwendung von zwei Kippschwingungen mit Halbtönen.

Im Geschäftsjahr 1930 kamen als Aufsichtsratsmitglieder des Betriebsrates Ernst Giese und Alfred Ladenthin hinzu.

Im Februar 1931 gelang Manfred von Ardenne das erste vom Schirm einer Braunschen Röhre projizierte Fernsehbild. Das mit Hilfe des Wehnelt-Zylinders modulierte Bild halle das Format von 40 x 40 cm.

Im April 1931 gelang Manfred von Ardenne eine Filmzerlegung und Wiedergabe mit Braunschen Röhren und einem Raster von ca. 10.000 Bildpunkten.

Ab dem 21.08.1931 führte Ardenne dieses elektronische Fernsehen auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vor.
Es war die erste öffentliche Filmübertragung mit Hilfe von Elektronenstrahlen auf der Sende- und Empfangsseite. Die Übertragung erfolgte auf einem Stand der "Radio A.G. D.S. Loewe".
Die Bildschärfe mit 100 Zeilen und 25 Bildwechseln war der mit den besten mechanischen Bildzerlegern damals erreichten gleichwertig und hinsichtlich der Helligkeit schon weit überlegen.

Im März 1932 wurde, nach Lösung des Vertrages mit Manfred von Ardenne, die Fernsehentwicklung in den eigenen, wesentlich vergrößerten Laboratorien zusammengefasst.
Die Leitung wird Dr. Kurt Schlesinger übertragen.

Am 19.08.1932 wurde auf der Funkausstellung eine Verbesserung des Fernsehsystems der "Radio A.G. D.S. Loewe" vorgeführt.
Die Wiedergabe von Filmen erfolgte jetzt mit 90 Zeilen und 25 Bildwechseln. Erstmals kam ein UKW-Superhet auf der 7 m-Welle zum Einsatz.

Am 27.04.1933 scheidet David Ludwig Loewe aus dem Vorstand der "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" aus.

1933 zwingt die Machtergreifung Hitlers David Ludwig Loewe (älterer Bruder von Dr. Siegmund Loewe), zur Emigration.

Am 05.04.1933 übertrug die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe Berlin" der "Loewe Ltd. London" in einem Vertrag die Generallizenz für alle ausländischen Patente deren Inhaber die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe Berlin" war. Dieser Vertag wurde ausschließlich englischem Recht unterstellt. Es handelte sich vorwiegend um Patente auf dem Gebiet des Fernsehens.
Grund für diesen Vertag war u.a. die Befürchtung, dass "Loewe Berin" aus verschiedenen Gründen eines Tages nicht mehr in der Lage sein könnte durch Zahlungen und Gebühren in das Ausland die ausländischen Patente aufrecht zu erhalten.

Am 11.04.1933 endete die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Dr. Siegmund Loewe und Manfred von Ardenne. Es blieben einige Fragen, vor Allem auf dem Gebiet der Schutzrechte, unbeantwortet.

Nach der Generalversammlung am 05.05.1933 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Walter Nadolny (Schultheiß Brauerei),
Georg Maerz (Commerzbank) und
Dr. Hans Reupke (Rechtsanwalt, Reichsverband der Deutschen Industrie).
Als Vorstände werden genannt:
Dr. Siegmund Loewe,
Dr. Herbert Meißner,
Wilhelm Riedel und
Hans Schulze.

Auf der Funkausstellung ab dem 18.08.1933 wurden Fernsehempfänger der "Radio A.G. D.S. Loewe" mit Braunscher Röhre und 180 Zeilen, 40.000 Bildpunkten bei 25 Bildern/s vorgeführt.
In einem Fernseher befanden sich ein UKW-Superhet, ein Rastergerät, das Netzteil, die Bildröhre mit einem Schirm 14,8 x 18 cm und dem Lautsprecher. Das Gerät war für eine Großserienproduktion konstruiert und wurde als kommender "Volksfernseher" angekündigt.
Auch wurde ein neues Rundfunkprogramm, die Nordland-Serie, vorgestellt. Diese umfasste 6 Typen, vom Einkreiser "Gotland" bis zum Siebenröhren-Großsuper "Thule". Mit dem Universal-Empfänger "Edda" für Gleich- und Wechselstrom wurde eine neue Geräteklasse geschaffen.

1933 wurde die "Wirtschaftsstelle für Rundfunkapparatefabriken G.m.b.H" (WIRUFA) gegründet. Die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe" trat dieser als Mitglied bei.

1934 begann die serienmäßige Herstellung von Fernsehempfängern bei der "Radio A.G. D.S. Loewe".

Ab 1934 war Dr. Siegfried Loewe alleiniger Eigentümer der "Radio A.G. D.S. Loewe". Er besaß die übergroße Mehrheit der Aktien.

Im Juli 1934 wurde für die Loewe-Vorführungen ein großer Fernseh- und Ausstellungswagen mit Glaswänden auf einem Sattelschlepper angeschafft. Er war mit Abtast- und Sendeeinrichtung ausgestatten und wurde zunächst in London eingesetzt.

1934 gehörte die Gesellschaft folgenden Verbänden an:
"Wirtschaftsgruppe Elektroindustrie" Berlin, "Wirtschaftsstelle der Fabrikanten von Widerständen" Berlin, "Wirtschaftsstelle der Fabrikanten von Schwachstromkondensatoren" Berlin, "Wirtschaftsstelle der Deutschen Rundfunkindustrie" (WDRI) Berlin und der "Interessengemeinschaft für Rundfunkschutzrechte" (IGR) Berlin.

Im Dezember 1934 gehörten folgende ausländische Unternehmen zur Loewe-Gruppe:
Loewe Radio S.A.R.L, Paris,
Loewe Radio Company Limited, London,
Loewe Radio Societa Anomima, Mailand,
Loewe Radio Bolaget, Stockholm,
Loewe Radio G.m.b.H, Prag und
Loewe Radio, Brüssel.

Am 19.06.1935 lässt sich die "Radio A.G. D.S. Loewe" den Markennamen "Opta" schützen.

Zur Funkausstellung vom 16.-25 August 1935 konnten Fernsehempfänger der "Radio A.G. D.S. Loewe", ausreichend für 240 Zeilen vorgeführt werden.
Am Loewe-Stand wurde das neue Zeilensprungverfahren gezeigt. Jetzt bei 180 Zeilen und 50 Bildwechseln. Dadurch wurde das bisherige Flimmern der Fernsehbilder weitgehend unterdrückt.

Am 30.10.1935 wurde mit der britischen Firma "General Electric Company" ein Vertrag geschlossen dieser den Fernsehwagen, welcher zuvor für Vorführungen der Firma "Radio AG D. S. Loewe" genutzt wurde, für Versuchssendungen in London zur Verfügung zu stellen.

Am 18.01.1936 gab es einen Vertrag zwischen den Firmen "Radio AG D. S. Loewe", "Telefunken" und "Philips" über die gegenseitige Mitbenutzung von Schutzrechten und Patenten für Röhren und Rundfunkgeräte ohne Entgelt.
Dieser Vertrag galt auch für Fernseh-Patente. Hierfür bildeten die genannten Firmen auch noch eine Gemeinschaft mit gleichen Anteilen zur Lizenzvergabe an Dritte.

1936 stellte die "Radio AG D. S. Loewe" für die Übertragung der Olympischen Spiele in Berlin ihren Projektionsfernseher zur Verfügung.

Am 30.07.1937 wurde auf der 14. Funkausstellung der neue Fernsehempfänger FED vorgestellt. Dieser war mit der neuen Norm mit 441 Zeilen und 50 Halbbildern im Zeilensprung eingerichtet. Er hatte einen ebenen Bildschirm von 20 x 24 cm und deinen hellen und scharfen Bildpunkt von 0,5 mm Durchmesser.

Zur Hauptversammlung am 31.03.1938 wurde Eberhard von Hausschild zusätzlich in den Vorstand berufen.

1938 präsentierte Loewe das erste "Audiovisionelle Zentrums im Heim", die Loewe Kombinationstruhe mit eingebautem Fernseher, Radio und Plattenspieler.

Das Grundstück Wiesenweg 12, unmittelbar neben dem Fabrikgebäude, wurde für die Erweiterung der Produktionsstätten und einiger Büroräume erworben.

1938 verkaufte Loewe seine Beteiligung an der "Fernseh-AG".

Am 29.04.1938 wurde mit der, zuvor gegründeten, "Loewe Inc. New York" mit Zustimmung der "Loewe Ltd. London" ein s.g. Titelvertrag geschlossen bezüglich der ausländischen Patente von "Loewe Berlin". Die Generallizenz der "Loewe Ltd. London" blieb unberührt.

Am 10.08.1938 bilden die 5 Firmen "Fernseh-AG", "Radio AG D.S. Loewe", "C. Lorenz", "Tekade" und "Telefunken" unter Führung der "Forschungsanstalt der Post" eine Arbeitsgemeinschaft und beginnen unter weitgehendem Erfahrungs- und Patentaustausch die Gemeinschaftsentwicklung des Einheits-Fernseh-Empfängers E 1 mit Rechteckbildröhre 20 x 23 cm. Der Verkaufspreis wird auf 650 RM festgesetzt.

Im August 1938 wurden die Aktien von Dr. Siegmund Loewe beschlagnahmt. Dieser schied aus dem Vorstand aus.

Es erfolgte eine "Arisierung" des Unternehmens. Der Besitz ging mehrheitlich an die Bank der Deutschen Luftfahrt AG (BDLAG) welche sich im Besitz des Deutschen Reiches befand. Das Unternehmen konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt ganz auf Berlin.

Die Arisierung der "Radio AG D.S. Loewe" zwang nun auch Dr. Siegmund Loewe zur Emigration in die USA.
Er übernimmt dort die Leitung der "Loewe-Radio Inc." in New York.

In der Aufsichtsratssitzung am 02.05.1939 wurde die Frage einer Namensänderung der Gesellschaft erörtert und aus Kostengründen als unzweckmäßig erachtet.
Dennoch erfolgten kurze Zeit später Namensänderungen.

Der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1938 vom 27.06.1939 trägt letztmalig die Firmenbezeichnung "Radioaktiengesellschaft D.S. Loewe".

Nach der Hauptversammlung am 27.06.1939 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Philip Ludwig (Regierungsbaumeister, Vorsitzender),
Hugo Ratzmann (Bankhaus Hardy, stellvertretender Vorsitzender),
Walter Nadolny (Schultheiß Brauerei),
Georg Maerz (Commerzbank) und
Dr. Hans Reupke (Rechtsanwalt, Wirtschaftskammer Mittelelbe).
Als Vorstände werden genannt: Herbert Ender,
Dr. Herbert Meißner,
Wilhelm Riedel und
Hans Schulze.

1939 stellte die "Radio AG D.S. Loewe" , gemeinsam mit vier weiteren deutschen Fernsehfirmen, den Fernseh-Einheitsempfängers "E 1" vor.

Auf der 16. Funkausstellung im August 1939 durften die 4 Entwicklerfirmen nur den E 1 ausstellen. Die Vorbereitungen für den Serienanlauf waren abgeschlossen.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die "Radio AG D. S. Loewe" zum Rüstungsbetrieb.
Die Loewe-Werke wurden vom Reichsluftfahrtministerium in Anspruch genommen.

Im Jahr 1939 begann der Bau des Werkes Leipzig in der Melcherstr.7.
Der Bau dauerte bis 1942.

Mit Rücksicht auf höhere Anforderungen an die Betriebssicherheit wurden verschärftere Prüfmethoden eingeführt. Vor Auslieferung durchliefen alle Geräte die Abnahme durch eine im Werk eingerichtete Bauaufsicht.

In der Röhrenfabrik wurde vorwiegend die Wehrmachts-Einheitsröhre "RV 12 P 2000" in sehr hohen Stückzahlen hergestellt.

Anfang 1940 wurde mit dem Bau eines 4-stöckigen Fabrik- und Verwaltungsgebäudes in der Teltow-Kanal-Str. 1-4 begonnen. Die Nutzfläche betrug 20.000 m².

Das Regime in Deutschland lässt die Firma bald in Loewe-Radio AG umtaufen und 1942 in Opta-Radio AG.

Produktbeispiele:


Loewe-Radio AG

Logo SAG Opta-Radio AG, Werk Stötteritz    Quelle: [1]

Dieser Firmenname konnte nicht eingetragen werden da am 20.12.1929 aufgrund einer Klage von der Firma von Ludwig Loewe ein Reichsgerichtsurteil erging welches den Gebrauch dieses Namens untersagte.


Ca. 1932 - ??? - Loewe-Holding Schweiz ?

Schon vor 1933 wurde in der Schweiz eine "Holding-Gesellschaft" gegründet welche unter maßgeblichen Einfluss von Dr. Loewe stand (z.B. Weisungsrechte). Diese gründete ihrerseits die "Loewe Ltd. London".


Ca. 1932 - ??? - Loewe-Ltd. London

Gründung der Ltd. durch die "Loewe-Holding Schweiz.

Am 05.04.1933 übertrug die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe Berlin" der "Loewe Ltd. London" in einem Vertrag die Generallizenz für alle ausländischen Patente deren Inhaber die "Radioaktiengesellschaft D. S. Loewe Berlin" war. Dieser Vertag wurde ausschließlich englischem Recht unterstellt. Es handelte sich vorwiegend um Patente auf dem Gebiet des Fernsehens.
Grund für diesen Vertag war u.a. die Befürchtung, dass "Loewe Berlin" aus verschiedenen Gründen eines Tages nicht mehr in der Lage sein könnte durch Zahlungen und Gebühren in das Ausland die ausländischen Patente aufrecht zu erhalten.


1936 - ??? - Loewe-Radio Inc. New York

Im September 1936 wurde die "Loewe-Radio Inc." in New York gegründet.

1938 zwang die Arisierung der "Radio AG D.S. Loewe" nun auch Dr. Siegmund Loewe zur Emigration in die USA.
Er übernahm die Leitung der "Loewe-Radio Inc." in New York.

Am 12.05.1939 schlossen die Loewe-Gesellschaften mittels "Loewe Inc. New York" und mit Zustimmung der "Loewe Ltd. London" einen Vertrag mit "RCA" wonach diese gegen eine jährliche Lizenzgebühr die etwa 300 Loewe-US-Patente für die Herstellung von Fernsehgeräten benutzen durfte.


1940 - 1942 - Löwe-Radio AG (LRB)

Aus "oe" wurde "ö".
Am 16.07.1940 musste die "Radio AG D. S. Loewe" ihren Namen in "Löwe Radio AG" ändern.

1940 schieden folgende Herren aus dem Aufsichtsrat aus:
Dr. Horst Barthelmes,
Philip Ludwig,
Georg Maerz,
Walter Nadolny,
Hugo Ratzmann und
Dr. Hans Reupke.
Aus dem Vorstand schied
Herbert Ender aus.

Der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1939 vom 30.09.1940 trägt erstmals die Firmenbezeichnung "Löwe Radio Aktiengesellschaft Berlin".

Nach der Hauptversammlung am 30.09.1940 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Fritz Rudorf (Bank der Deutschen Luftfahrt, Vorsitzender),
Werner Beckmann (stellvertretender Vorsitzender),
Dr. Hans-Georg Hofer,
Georg-Wilhelm Schreiber und
Dr. Walter Neye (Rechtsanwalt).
Als Vorstände werden genannt:
Dr. Herbert Meißner,
Wilhelm Riedel und
Hans Schulze.

Anfang 1941 Eingliederung des reichseigenen Betriebes "Leipziger Funkgerätebau GmbH" als Werk Leipzig.

Man gliedert die "Radio-Funk-Werkstätten GmbH A. Grassmann" in den Betrieb ein. Der notarielle Kaufvertrag wurde am 27.02.1941 dafür geschlossen.
Die Firma "Grassmann" besteht unter Führung der "Löwe-Radio AG" weiter.

Im März 1941 nimmt "Grassmann" als Lautsprecherfabrik den Betrieb in Berlin-Steglitz, Alsenstr. 6, wieder auf.

Am 27.03.1941 erging eine "Verordnung von entjudeten Gewerbebetrieben" (RGBl.1, S 177).

Am 08.04.1941 wurde in einem Schreiben an den Reichsminister für Justiz die neue Firmenbezeichnung "Löwe Radio AG" mitgeteilt. Ferner wurde darin mitgeteilt, dass die Gesellschaft jetzt 100% reichseigener Betrieb ist und der Reichsminister für Luftfahrt die Aktien mittelbar in seinem Besitz hält (Bank der Deutschen Luftfahrt und Deutschen Luftfahrt- und Handels A.G.).

Am 08.05.1941 wurde die Bestätigung dafür erteilt.

Der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1940 vom 29.09.1941 trägt letztmalig die Firmenbezeichnung "Löwe Radio Aktiengesellschaft Berlin".

Nach der Hauptversammlung am 29.09.1941 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Der Aufsichtsrat wurde nicht geändert.
Als Vorstände werden genannt:
Dr. Karl Bärner (Leipzig),
Dr. Erich Englich,
Dr. Herbert Meißner,
Wilhelm Riedel und
Hans Schulze.

1941 war die "Löwe Radio Aktiengesellschaft" voll in die militärische Entwicklung einbezogen.

Am 19.04.1941 erfolgte ein Gesellschafterbeschluss der "Löwe-Radio AG" die "Elektro-Apparatebau GmbH" am 19.04.1941 und am 23.04.1941 die "Leipziger Funkgerätebau GmbH" aufzulösen. Als Liquidator war Direktor Dr. Herbert Meißner bestellt.

Am 19.05.1941 wurde durch Aufsichtsratsbeschluss die Zweigniederlassung "Loewe Radio AG Werk Leipzig", Leipzig O 27, Melscherstr. 7, errichtet. Diese Niederlassung führte das Geschäft der Firmen "Leipziger Funkgerätebau GmbH" und "Elektro-Apparatebau GmbH" weiter.

In der Zeit vom 15.09. bis 24.09.1941 wurden auf dem Bodensee im Auftrag der Versuchsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West erprobungsversuche von zielsuchenden Geräten der Firma "Löwe" (Kontraststeuergerät) durchgeführt.

Am 10.10.1941 wurde ein Vertrag zwischen der "Löwe-Radio AG" und der "Tefi-Apparatebau Dr. K. Daniel KG" über eine Zusammenarbeit und Patentaustausch auf dem Gebiet des bandförmigen Nadeltonverfahrens geschlossen. Der Vertrag hatte eine Laufzeit bis zum 31.09.1951. Der Vertrag erstreckte sich auch aud die, mit mit der Firma "Tefi" verbundene "Schallfilm-Syndikat AG". Von dieser übernahm "Loewe" 25% ihres Kapitals.

1942 gab es Versuche im Auftrag der Versuchsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West durch die "Forschungsanstalt der Deutschen Reichspost" Klein-Machnow (RPF), die "Fernseh-GmbH" Berlin Zehlendorf (FSG) und die "Löwe Radio Aktiengesellschaft", Werk Berlin-Steglitz (LRB) mit Fernsehtechnik ferngesteuerte Körper (Bomben) zu bestücken.

Am 26.10.1942 Firmenänderung in "Opta-Radio AG".


1943 - 1951 - Stereophon - Entwicklungs- und Fertigungs GmbH

Gründung am 05.06.1943 für die Aufzeichnung und Wiedergabe von Schwingungsvorgängen.

Geschäftsführer war der Erfinder Carl-Heinz Becker.

Später wurde die GmbH nach Thansau bei Rosenheim verlagert.

Am 27.09.1951 wurde die Firma wieder aus dem Handelsregister gelöscht.


1942 - 1949 - Opta-Radio AG

Logo LOEWE Quelle: [4]

1942 musste die "Löwe Radio AG" ihren Namen in "Opta-Radio AG" ändern.

Am 17.06.1942 erging die "Bitte" des Reichsministers der Luftfahrt an den Vorstand der "Löwe-Radio-AG" die Firma in "Opta-Werke Aktiengesellschaft" zu ändern und den Vollzug zu berichten.
Diese Firmenbezeichnung wurde nicht verwendet.

Am 29.07.1942 genehmigte stattdessen das Reichsluftfahrtministerium eine Namensänderung in "Opta-Radio AG".

Am 18.08.1942 offizielle Namensänderung in "Opta-Radio AG". Die beiden angeschlossenen Werke in Leipzig wurden Zweigniederlassung.

Das Protokoll der ordentlichen Hauptversammlung mit dem Jahresabschluss für 1941 vom 28.09.1942 trägt erstmals die Firmenbezeichnung "Opta Radio Aktiengesellschaft (vormals Löwe Radio Aktiengesellschaft)".

Nach diesem setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Fritz Rudorf (Bank der Deutschen Luftfahrt, Vorsitzender),
Werner Beckmann (stellvertretender Vorsitzender),
Dr. Hans-Georg Hofer,
Georg-Wilhelm Schreiber und
Dr. Walter Neye (Rechtsanwalt).
Als Vorstände werden genannt:
Wilhelm Riedel (Vorsitzender,
Dr. Karl Bärner (Leipzig),
Dr. Herbert Meißner und
Hans Schulze.

Gem. Geschäftsbericht für das Jahr 1942 vom Juli 1943 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Direktor Fritz Rudorf (Bank der Deutschen Luftfahrt Berlin, Vorsitzender),
Regierungsrat a.K. Hans Dorlöchter (Berlin),
Ministerialrat z.V. Dr. Max von Hellingrath (Bank der Deutschen Luftfahrt Berlin),
Oberregierungsrat Heinz Hellwig (Berlin),
Ministerialrat Dr. Hans-Georg Hofer (Berlin) und
Oberst Fritz Wolfermann (Berlin).
Als Vorstände werden genannt:
Wilhelm Riedel (Berlin Vorsitzender),
Dr. Karl Bärner (Leipzig),
Oberst-Ing. z.V. Werner Beckmann (Berlin),
Dr. Herbert Meißner (Berlin) und
Hans Schulze (Berlin).

Am 26.10.1942 wurde die Firmenänderung in "Opta-Radio AG" mit Geschäftsmitteilung Nr. 38 bekannt gegeben.

Der Totale Kriegseinsatz bestimmte die Aufgaben des Unternehmens.

1943 verfügte "Opta" zusätzlich zum Stammsitz in Berlin-Steglitz über folgende Auslagerungsbetriebe (Werke): Grünberg, Reppen, Görlitz, Rothwasser, Spremberg, Goldberg, Reisicht, Leipzig, Wolkenburg, und Wüstenbrand.
Weiterhin wird ein Betrieb in Oberlungwitz (Sa.) genannt.

Das Werk Leipzig erhielt den Namen "Opta-Radio AG, Leipziger Werke". Dieser Betrieb beschäftigte ca. 3.500 Arbeitskräfte.

1943 übernahm Opta die Leitung der Kriegsröhrenproduktion für die Luftwaffe im ehemaligen Kugellagerwerk Berlin-Weißensee (Raspe GmbH).

Während des Krieges kamen noch zahlreiche Verlagerungswerke, insbesondere in Mitteldeutschland dazu.

Ende August 1943 wurden die gesamten Fertigungseinrichtungen für die Röhrenproduktion der RV 12 P 2000 durch Fliegerschäden im Berliner Werk vernichtet, bzw. schwerstens beschädigt.

Bis Herbst 1943 betrugen die Fliegerschäden im Werk Berlin bei roher Schätzung 6,7 Millionen Reichsmark.

Am 04.12.1943 wurden bei einem Bombenangriff auf Leipzig die Entwicklungslaboratorien in der Leipziger Wollkämmerei vernichtet.

Am 31.12.1943 betrugen die Fliegerschäden im Werk Berlin 9 Millionen Reichsmark.
Im Leipziger Werk betrugen die Schäden ca. 3,4 Millionen Reichsmark.

Ab Januar 1944 konnte im Verlagerungswerk Grünberg bereits wieder die Röhrenproduktion aufgenommen werden.

Am 29.02.1944 legte Herr Beckmann sein Amt als Mitglied des Vorstandes der "Opta" nieder.

Während des Krieges kamen noch zahlreiche Verlagerungswerke, insbesondere in Mitteldeutschland dazu.

Im Protokoll der Vorstandessitzung vom 06.03.1944 werden folgende Opta-Betriebsteile und Verlagerungswerke aufgeführt:
Opta-Radio-AG Werk Berlin,
Opta-Radio-AG Werk Leipzig,
Opta-Radio-AG Zentrale (Schloss) Reisicht,
Opta-Radio-AG Görlitz,
Opta-Radio-AG Goldberg,
Opta-Radio-AG Grünberg,
Opta-Radio-AG Wüstenbrand und
Opta-Radio-AG Wolkenburg.

In der Nacht vom 23. zum 24.08.1944 wurde das "Altwerk" Berlin (Werk II - Grassmann) völlig zerstört. Der Fabrikneubau (Werk I) blieb jedoch erhalten.

Noch im März 1945, also vor Kriegsende, verlagerte das Unternehmen eine wichtige Kriegsfertigung nach Küps bei Kronach. Dies war die Keimzelle der neuen Firma.

Nach Kriegsende ging das, in mittelbaren Reichseigentum befindliche, Aktienkapital an die Verwaltungsstelle der früheren Reichs- und Staatsbanken (Magistrat der Stadt Berlin) über.

Am 10.07.1945 erfolgte die Gewerbeanmeldung der "Opta-Radio AG" beim Bürgermeister von Küps/Oberfr.

Gem. Aufsichtsratssitzung vom 07.03.1946 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Herr Dr. Schaffarszyk,
Direktor Walter Nadolny,
Regierungsrat Siche,
Herr Münchhausen,
Herr Machut.
Als Vorstände werden genannt:
Direktor Dr. Herbert Meißner,
Herr Dr. Egerer,
Herr Prok. Horn.

In der Aufsichtsratssitzung vom 10.11.1947 wurde Herr Direktor Wilhelm Riedel wieder in den Vorstand der Gesellstand berufen, da er zuvor von der Spruchkammer Kronach in die Stufe V, Gruppe der Entlasteten, eingestuft wurde. Er erhielt die Aufgabe für das Ressort "Fertigung".

Nach Kriegsende 1945 wurde "Opta-Radio AG" unter alliierte Kontrolle gestellt.

Die zivile Produktion in Berlin, Leipzig und Küps bei Kronach wurde mit Notprogrammen wieder aufgenommen.
Es fehlte jedoch an der Erlaubnis der Alliierten für die Aufnahme der Produktion von Rundfunkgeräten.
So wurde sich erst einmal auf Reparaturen und Herstellung von allem Möglichen konzentriert, vom Schürhaken bis Holzlampen usw.
In Berlin fertigte man beispielsweise Schnapsgläser.

1945 betrug im Werk Leipzig die Zahl der Arbeitskräfte noch ca. 80 - 100.
Es entstand unter sowjetischer Führung die "SAG Opta-Radio AG, Werk Stötteritz".
Auch Oswald Ritter versuchte bis 1948 noch die Leipziger Firma zu leiten.

1947 entstand unter sowjetischer Treuhand in Berlin-Weißensee die "Phonetica Radio GmbH Berlin".
Danach Verstaatlichung.

Obwohl teilweise als SAG geführt wurden im März 1948 noch alle Opta-Werke durch den einheitlichen Aufsichtsrat und Vorstand geführt.

Gem. Aufsichtsratssitzung vom 06.08.1948 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Herr Dr. Schaffarszyk (Vorsitzender),
Direktor Walter Nadolny (stellvertretender Vorsitzender),
Oberregierungsrat Siche,
Herr Münchhausen (Kaufmann),
Herr Machut.
Als Vorstände werden genannt:
Direktor Dr. Herbert Meißner,
Direktor Dr. Egerer,
Herr Riedel,
Herr Schulze,
Herr Horn (Prokurist).

In dieser Aufsichtsratssitzung erfolgte die Mitteilung, dass das Werk Leipzig zu einem landeseigenen Betrieb erklärt wurde.
Dies erfolgte bereits am 16.03.1948 durch Verstaatlichung und Umwandlung zum "VEB RFT Stern-Radio Leipzig".

Bis 1948 gingen die Firmenstandorte in der sowjetischen Besatzungszone durch Beschlagnahme und Umwandlung in Volkseigene Betriebe verloren.

Im Oktober 1948 kam es bei OPTA zu wirtschaftlichen Problemen welche zu einer Betriebseinschränkung und Kurzarbeit führten.

Nach dem Krieg versuchen Loewe-Mitarbeiter des Zweigwerkes in Oberlungwitz in Sachsen, Maschinen und Vorrichtungen nach West-Berlin zu transportieren, doch die Sowjets verlangen, dass diese Güter in die Röhrenfabrik Berlin-Weißensee gelangen.

Ein weiterer Teil der ehemaligen "Opta-Radio AG, Leipziger Werke" wurde ebenfalls unter sowjetische Kontrolle gestellt und anschließend verstaatlicht. Es entstand der "VEB Funkwerk Leipzig".

Im November 1949 trat der Aufsichtsrat der "Opta-Radio AG" zurück.


1949 - 1964 - Loewe-Opta AG

Logo Opta-Radio AG, Leipziger Werke    Quelle: [1]    Logo LOEWE Opta Quelle: [4]

Durch die rechtzeitige Verlagerung der Produktion im März 1945 nach Küps bei Kronach konnte in den westlichen Besatzungszonen die "neue" "Loewe-Opta AG" gegründet werden.

Seit 05.12.1945 war der Vorstandsvorsitzende des Werkes in Küps Bruno Pieper.

1947 folgte in Küps der erste Rundfunkempfänger "Kronach".
Zur gleichen Zeit gab es anderweitige Ansprüche auf die Räumlichkeiten in Küps gegen Loewe.

1947 konnte in Berlin (West) wieder die Produktion von Rundfunk- und Kathodenstrahlröhren aufgenommen werden. Außerdem wurden auch dort erste Rundfunkempfänger und Rundfunkstudioanlagen hergestellt.

Werk Berlin   Quelle: [66]
Werk Berlin

Auf der Leipziger Messe von 1947 waren wieder Loewe-Entwicklungen zu sehen.

Im November 1948 wurde der Betrieb am neuen Standort in Kronach aufgenommen. Das Gelände wurde von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, musste jedoch vorher erschlossen werden.

Werk Kronach   Quelle: [66]
Werk Kronach

Am 01.04.1949 betrug die DM-Eröffnungsbilanz 3.300.000.

Am 18.07.1949 reichte Dr. Siegmund Loewe seinen Rückerstattungsantrag in Berlin ein.

Am 09.11.1949 wurden die Loewe-Aktien aus dem Besitz der BDLAG, zwischenzeitlich vertreten durch den Berliner Magistrat, an Dr. Siegmund Loewe zurückerstattet. Mit der Rückerstattung verbunden war auch die Entlastung aus der alliierten Eigentumskontrolle und die Rückerlangung der uneingeschränkten Geschäftsfähigkeit.

1949 wurden in Kronach sechs verschiedene Radiomodelle hergestellt.

Am 14.12.1949 wurde der Name geändert in "Loewe-Opta AG".

Dr. Siegmund Loewe übernahm ab diesem Zeitpunkt den Vorsitz des Aufsichtsrates der in "Loewe-Opta AG" umbenannten Firma.

1950 wurde das erste Heimtonbandgerät "Optaphon" vorgestellt, weltweit erstmals mit einer Tonbandkassette ausgerüstet.

1951 begann die Serienfertigung von Fernsehern im Werk Kronach mit dem "Iris".

Bis Februar 1952 erlitt das Unternehmen durch Krieg und Kriegsfolgen erhebliche Verluste. Durch Gebietsabtretungen und Enteignungen gingen die schlesischen und sächsischen Betriebsstätten verloren, insbesondere das Werk Leipzig.
Das Berliner Altwerk wurde völlig zerstört. Der Neubaukomplex fiel der Demontage anheim.

1952 wurde die 25%ige Beteiligung von "Loewe Opta" an der "Schallband-Syndikat Aktiengesellschaft" verkauft.

Mitte 1952 musste festgestellt werden, dass der Handel Loewe-Röhren ablehnt.
Am 25.06.1952 beschloss der Vorstand deshalb allen Angestellten der Röhrenfabrik vorsorglich zu kündigen da diese größtenteils 5-6 monatige Kündigungsfristen hatten.

Ebenso wurde die Entwicklung neuer Magnetbandausführungen vorläufig zurückgestellt.

Am 25.11.1953 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Dr. Siegmund Loewe (New York, Vorsitzender),
Karl Ernst Münchhausen (Berlin, stellvertretender Vorsitzender),
Ellen Loewe (New York),
Helmut Gempke (Berlin, Arbeitnehmenvertreter),
Otto König (Kronach, Arbeitnehmervertreter).
Als Vorstände werden genannt:
Bruno Pieper (Vorsitzender),
Herbert Horn,
Dr. Herbert Meissner.

1958 endete die Radioproduktion in Kronach. Radios wurden danach nur noch in Berlin und Düsseldorf hergestellt. Kronach spezialisierte sich seit diesem Zeitpunkt nur noch auf die Herstellung von Fernsehern.

Am 17.12.1958 setzte sich die Verwaltung der Gesellschaft folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Dr. Siegmund Loewe (New York, Vorsitzender),
Karl Ernst Münchhausen (bis 13.09.1959) (Berlin, stellvertretender Vorsitzender),
Ellen Loewe (New York),
Helene Kallenbach (Berlin),
Otto König (Kronach, Arbeitnehmervertreter).
Rudolf Kosinsky (Berlin, Arbeitnehmervertreter)
Als Vorstände werden genannt:
Bruno Pieper (Vorsitzender),
Herbert Horn,
Dr. Herbert Meissner.

Im Jahr 1959 übernahm Direktor Hans Schulze (Düsseldorf) die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates nachdem Karl Ernst Münchhausen am 13.09.1959 verstorben ist.

1961 begann mit dem "Optocord 500" bei Loewe das Videozeitalter. Der "Optacord 500" war das erste für den privaten Gebrauch konzipierte Videoaufzeichnungs- und Wiedergabegerät in Deutschland.

Am 02.05.1962 verstarb Dr. Siegmund Loewe.
Die Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden wurde vorerst nicht neu besetzt.

1963 wurde in Kronach mit dem Loewe "Optaport" das erste voll transistorisierte und tragbare Fernsehgerät mit 25 cm Bilddiagonale und eingebautem UKW-Hörfunkteil hergestellt.

Der Geschäftsbericht mit dem mit dem Jahresabschluss für 1963 vom November 1964 trägt letztmalig die Firmenbezeichnung "Löwe Opta Aktiengesellschaft".

Am 01.01.1965 erfolgte eine Umwandlung der "Loewe Opta AG" in die "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG".


1946 - 1967 - Opta Spezial GmbH

Seit Ende 1946 betrieb Loewe eine weitere Tochtergesellschaft in Düsseldorf.

Werk Düsseldorf   Quelle: [66]
Werk Düsseldorf

Die "Opta-Spezial GmbH" wurde kurz nach ihrer Gründung eine 100%ige Loewe-Tochtergesellschaft. Geschäftsführer war Hans Schulze.

Hergestellt wurden die Rundfunkgeräte "Rheinland" und "Rheingold".

1958 endete die Radioproduktion in Kronach. Radios wurden danach nur noch in Berlin und Düsseldorf hergestellt.

1966 nahm die "Opta Spezial GmbH" vorwiegend Verwaltungsaufgaben wahr.

1967 Schließung des Werkes in Düsseldorf. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte die Radioproduktion nur noch in Berlin.

Gemäß Prüfung des Konzernabschlusses der "Internationalen Industrie- und Verwaltungs - AG" für das Jahr 1967 vom 25.09.1968 wurden am 28.12.1967 sämtliche Anteile der "Opta Spezial GmbH" veräußert.
Damit war die "IVAG" nicht mehr Eigentümer und Mutterunternehmen der "Opta Spezial GmbH".


1965 - 1969 - Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG (IVAG)

Am 01.01.1965 erfolgte eine Umwandlung der "Loewe Opta AG" in die "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG".

Das Arbeitsgebiet der AG sollte sich auf die Forschung, Entwicklung, Herstellung, den Vertrieb und Handel auf dem Gebiet industrieller Erzeugnisse, insbesondere elektronischer, optischer und verwandter Erzeugnisse erstrecken.
Dies sollte auch der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen an anderen in- und ausländischen Unternehmungen jeder Art einschließen.

Der Geschäftsbericht mit dem mit dem Jahresabschluss für 1964 vom November 1965 trägt erstmals die Firmenbezeichnung "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG (vormals Löwe Opta Aktiengesellschaft)".

Im November 1965 setzte sich die Verwaltung der AG folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Die Funktion des Ausichtsratsvorsitzenden blieb unbesetzt,
Direktor Hans Schulze (Düsseldorf, stellvertretender Vorsitzender),
Ellen Loewe (New York),
Helene Kallenbach (Berlin),
Otto König (Kronach, Vertreter der Belegschaft)
Horst Schmiedchen (Berlin, Vertreter der Belegschaft).
Als Vorstände werden genannt:
Konsul Dr. Herbert Meissner,
Konsul Bruno Pieper.

Im 01.09.1966 setzte sich die Verwaltung der AG folgendermaßen zusammen:

Als Aufsichtsräte werden genannt:
Fritz Rudorf (Düsseldorf, Dresdner Bank, Vorsitzender),
Werner Kallenbach (Berlin, 1. stellvertretender Vorsitzender),
Hans Schulze (Düsseldorf, 2. stellvertretender Vorsitzender),
Karl L. Schmitt (Schmalenbeck),
Otto König (Kronach, Vertreter der Belegschaft),
Horst Schmiedchen (Berlin, Vertreter der Belegschaft).
Als Vorstände werden genannt:
Konsul Dr. Herbert Meissner,
Dr. Herbert Messinesi,
Konsul Bruno Pieper.

Gemäß Prüfung des Konzernabschlusses der "Internationalen Industrie- und Verwaltungs - AG" für das Jahr 1967 vom 25.09.1968 wurden am 28.12.1967 sämtliche Anteile der "Opta Spezial GmbH" veräußert.
Damit war die "IVAG" nicht mehr Eigentümer und Mutterunternehmen der "Opta Spezial GmbH".

Gemäß Geschäftsbericht der "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG" für das Jahr 1967 vom November 1968 wurden im März 1968 75% der Anteile der "Loewe Opta GmbH" veräußert.
Damit war die "IVAG" nicht mehr 100 %iges Mutterunternehmen der Loewe Opta GmbH".

Für das Geschäftsjahr 1967 wurde erstmals im Mai 1968, zusätzlich zum Geschäftsbericht, ein "Konzerngeschäftsbericht" der IVAG angefertigt.

Am 16.12.1969 wurde die "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG" in eine GmbH umgewandelt.


1964 - 19?? - Loewe Opta GmbH

Am 17.12.1964 wurde zur Erweiterung des geschäftlichen Wirkungskreises die "Loewe Opta GmbH" mit Sitz im Berlin und Zweigniederlassungen in Kronach/Ofr. und Düsseldorf gegründet.
Die GmbH war 100 %iges Tochterunternehmen der "Internationalen Industrie- und Verwaltungs - AG".
Hauptzweck dieser Neugründung sollte die unveränderte Fortführung des bisherigen Geschäftsbetriebes der "Loewe Opta AG" ab dem 01.01.1965 sein.
Die für den Geschäftsbetrieb erforderlichen Baulichkeiten wurden der "Loewe Opta GmbH" vermietet.

1967 gelang es der "Loewe Opta GmbH" rechtzeitig zur 25. Großen Deutschen Funkausstellung in Berlin qualitativ gute Farbfernseher herzustellen.

1967 Schließung des Werkes in Düsseldorf. Ab diesem Zeitpunkt erfolgte die Radioproduktion nur noch in Berlin.

Gemäß Geschäftsbericht der "Internationale Industrie- und Verwaltungs - AG" für das Jahr 1967 vom November 1968 wurden im März 1968 75% der Anteile der "Loewe Opta GmbH" veräußert.
Damit war die "Loewe Opta GmbH" nicht mehr 100 %iges Tochterunternehmen der IVAG".

1971 fertigte Loewe als erstes Unternehmen der Welt den schrankwandfreundlichen Farbfernseher mit der verkürzten 110° - Bildröhre die später Standard wurde.

1978 endet die Radioherstellung in Berlin-Steglitz. Das Werk wurde aufgelöst.

1979 leitet Loewe mit der Einführung des Einplatinenchassis die endgültige Abkehr von der Modultechnik ein.

Am 04.04.1979 wurde das Werk Berlin der "Loewe Opta GmbH" versteigert. Die ersten 600 Beschäftigten mussten bereits Anfang März 1979 das Werk für immer verlassen. Ihre restlichen Kollegen folgten ihnen kurze Zeit später.
Ab diesem Zeitpunkt nur noch Produktion in Kronach.

Im Februar 1981 stellte Loewe den ersten Stereofernseher in Europa vor.

1983 wurde der erste serienmäßige Btx-Decoders für den neuen Zeichenstandart (CEPT) präsentiert.

1985 wurde mit dem "Art 1" eine neue Design - und Technikorientierte Fernsehgeneration vorgestellt.

1987 hielt die digitale Technik in der "Art-Familie" von Loewe Einzug. Loewe war damit seiner Zeit um viele Jahre voraus.

1989 stattet Loewe als einer der ersten Hersteller seine Fernsehgeräte mit integriertem Sat-Empfänger aus.

1991 wurde der erste Loewe-Fernsehers im 16:9 Breitbildformat vorgestellt.

1994 bringt Loewe den ersten voll digitalen Fernseher mit 100-Hertz-Technik auf den Markt.


Logo LOEWE    Quelle: [1]      


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